Arztpraxis für Innere Medizin
Angiologie / VSP Kardiologie

Dr. med. Sibylle Schmidt

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Kardiologie / Angiologie -
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Kardiologie und Angiologie Dresden Dr. Schmidt
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Digitalisierung in der Kardiologie: Chancen und Risiken von medizinischen Apps

Medizinische Apps sind im Krankenhausalltag unverzichtbar. Doch wie verlässlich sind sie? Im Rahmen der 89. Jahrestagung präsentierte Dr. Dennis Lawin seine persönlichen Must-have-Applikationen und erklärte ihre Vorteile und möglichen Gefahren.

Dr. Dennis Lawin wagte ein Experiment und verzichtete einen Tag lang in der Klinik auf medizinische Apps, die er sonst täglich zur Unterstützung seiner klinischen Entscheidungen nutzt – mit ernüchternden Erkenntnissen. Die Informationen, die sonst sofort zur Verfügung standen, musste er nun unter dem Stress des Klinikalltags mühsam online recherchieren. Es gibt mittlerweile medizinische Anwendungen für verschiedene Bereiche, darunter Rechner, Referenzhandbücher, Entscheidungshilfen sowie Kommunikations-Apps wie Twitter und Siilo. Doch auch Selbstüberwachungs-Apps, die hauptsächlich von Patienten verwendet werden, sollten von Fachärzten getestet werden, um Benutzerfreundlichkeit und Datensicherheit zu gewährleisten.

Fehlende Kriterien zur Qualitätsbestimmung der Apps

Dr. Dennis Lawin entdeckte mit seinem Team 31.564 Apps in der Kategorie "Medizin". Allerdings sind nur wenige dieser Apps tatsächlich geprüft worden. Dabei tragen Kardiologen die Verantwortung für die Entscheidungen, die sie aufgrund dieser Gesundheits-Apps treffen. Daher sollten sie die Qualität der App vor der Nutzung überprüfen.

Die Beschreibungstexte in den App Stores sind jedoch oft unzureichend aussagekräftig. Wichtige Informationen wie Datenschutzbestimmungen, Angaben zum App-Entwickler, Risikostratifizierung und ethische Bewertungen fehlen häufig. Lawin fordert daher, dass klare Qualitätskriterien für Gesundheits-Apps festgelegt werden.

Dabei ist es entscheidend folgende Fragestellungen vor der Anwendung zu überprüfen:

  • Besteht das Risiko, dass die App den Patienten schadet?
  • Wurde sie möglicherweise als Medizinprodukt eingestuft?
  • Sind die Informationen aktuell und entsprechen sie dem medizinischen Standard?

Im Positionspapier mit dem Titel "eCardiology: eine strukturierte Strategie zur Förderung der digitalen Transformation in der Kardiologie"1, veröffentlicht vom eCardiology Mobile Health Ausschuss der DGK, wird dazu die Evaluation der Bewertungsmethoden für kardiologische Apps angekündigt.

Fazit: Welche medizinischen Apps sind für Kardiologen unverzichtbar?

Dr. Lawin empfiehlt insbesondere Nachschlagewerke, die schnellen Zugriff auf Behandlungsempfehlungen und kardiologisches Fachwissen ermöglichen. Als absolutes Muss nennt er die DGK-Pocket-Leitlinien-App, die kompakt die aktuellen Leitlinien sowie Risiko-Scores, Kalkulatoren und Cardio Cards enthält. Diese App ist auch als zertifiziertes Medizinprodukt anerkannt.

Eine weitere unverzichtbare medizinische App ist das Arzneimittelpocket, ebenso wie die App "Amboss". Laut Lawin werden die Texte in diesen Anwendungen nach dem Vier-Augen-Prinzip erstellt, um höchste Qualität sicherzustellen. Anstatt Patientendaten per Whatsapp zu verschicken, empfiehlt Lawin die Verwendung der App "Siilo", eine spezielle Entwicklung für das Gesundheitswesen, die hohe Sicherheitsstandards bietet.

Alle Details finden Sie im Video-Interview mit Dr. Dennis Lawin im Rahmen der DGK-Jahrestagung, in dem er über die unverzichtbaren medizinischen Apps spricht.

1DGK.:eCardiology: ein strukturierter Ansatz zur Förderung der digitalen Transformation in der Kardiologie, https://leitlinien.dgk.org/2023/ecardiology-ein-strukturierter-ansatz-zur-foerderung-der-digitalen-transformation-in-der-kardiologie/

https://angiologie-dd.de/beitrag/Digitalisierung_in_der_Kardiologie%3A_Chancen_und_Risiken_von_medizinischen_Apps

Dr. med. Sibylle Schmidt - Arztpraxis für Innere Medizin - Plauenscher Ring 43, 01187 Dresden
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